Prof. Dr. med. Manfred Butz

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> Prostatakrebs (Prostatakarzinom, PCa)

Therapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms - Therapie-Alternativen zur Radikal-OP (Prostatektomie)


Das Stadium des lokal begrenzten Prostatkarzinoms wird wie folgt definiert:

1. Der Tumor ist auf die Prostata begrenzt ohne Infiltration bzw. Durchbruch der Prostatakapsel oder der Samenbläschen.

2. Die regionären Lymphknoten im kleinen Becken sind tumorfrei.

Entsprechend der Gleason - Skala wird das P-Ca noch in folgende Gruppen unterteilt:

1. Niedriges Risiko (Gleason Score < 7)

2. Mittleres Risiko (Gleason Score 7-8)

3. Hohes Risiko (Gleason Score > 8)

Grundsätzlich gilt, daß ein lokal begrenztes P-Ca mit einer lokalen Therapie kurativ, d.h. heilend behandelt werden kann.

Zwei Therapieverfahren mit inzwischen vergleichbaren 5-Jahres Heilungsraten von 90%-95% stehen zur Verfügung (Stand Ende 2006):

Operative Therapie (Radikale Prostatektomie, Radikal-OP)

Die Prostata mit anhängenden Samenbläschen und regionären Lymphknoten werden entweder über einen Unterbauchschnitt oder laparoskopisch (sog. minimal invasive "Schlüssellochchirurgie") entfernt.

Die schwerwiegendste und am meisten gefürchtete Komplikation der radikalen Prostatektiomie kann die Harninkontinenz (unfreiwilliger Harnabgang) als Folge einer Schließmuskelverletzung sein.

Die Häufigkeit liegt bei excellenten Operateuren unter 5%.

Die zweite, ernste Komplikation kann eine Störung bzw. der Verlust der penilen Erektion sein(Erektile Dysfunktion, Impotenz). Ursache sind Verletzungen bzw. Durchtrennungen der Gefäß-Nervenstränge, die sich beidseits in unmittelbarer Nähe der Prostata befinden. Auch bei Verwendung und Beherrschung nervschonender Operationstechnik muß mit einer Impotenzrate von ca. 80 % gerechnet werden.


Strahlentherapie

• Bestrahlung von außen (Externe, perkutane Bestrahlung)

• Bestrahlung von innen (Interstitielle Bestrahlung)

Unterschieden wird zwischen der Brachytherapie (brachy = kurz, also Kurzbestrahlung) und der Afterloading-Technik, bei der die Strahlenquellen nicht in der Prostata verbleiben.

Die Brachytherapie durch Seed-Implantation (seed = Saatkorn, entspricht der Größe der radioaktiven Implantate) ist eine schonende Form der Strahlentherapie. Sie wird vor allem in den USA zunehmend als Therapie - Alternative zur Radikalen Operation eingesetzt.

Als radioaktive Quellen werden entweder Jod (J-125) oder Palladium (Pd - 103) verwendet. Die seeds werden von außen (Dammbereich) in Vollnarkose  mit Hilfe kleiner Hohlnadeln direkt in der Prostata platziert. Mit dieser Technik werden hohe Strahlendosen (145 Gray) direkt am Tumor wirksam, wobei die Nachbaorgane (Enddarm und Harnblase) weitestgehend geschont werden.

Bei der externen Bestrahlung beträgt die maximale Strahlendosis dagegen nur etwa 76 Gray.

Die Implantate verbleiben in der Prostata und geben über einen Zeitraum von 10 Monaten (J-125) die Strahlung an den Tumor ab.

Vorteile der Bestrahlung gegenüber der Radikal-OP

Der Vorteil gegenüber der radikalen Prostatektomie besteht in einer erheblichen Reduzierung der Komplikationen bzw. Nebenwirkungen. Die Inkontinenz-Rate liegt bei exzellenten Zentren bei 0% (Block et al., Strahlenther Onkol, 666-671, 2006). Die Häufigkeit einer Impotenz bzw. Erektionsstörung (erektile Dysfunktion) wird von den Autoren mit 30% angegeben.

Die Therapie-Entscheidung - Expertenrat unter Berücksichtigung aller Umstände

Die Therapie-Entscheidung bei den dargestellten Verfahren kann nur durch ausführliche Beratungsgespräche von ausgewiesenen Experten gemeinsam mt dem Patienten getroffen werden. Hierbei müssen neben der Tumorbiologie (z.B. PSA und Gleason-Risikogruppe) das allgemeine, individuelle Risikoprofil (Alter, Begleiterkrankungen) in Betracht gezogen werden.



In der Brachytherapie kooperiert Prof. Dr. Butz mit Priv. Doz. Dr. med. Dr. med. habil. Thomas Block (Vaterstetten). Mehr Informationen unter "Praxis & OP".



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