Prof. Dr. med. Manfred Butz

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> Prostatakrebs (Prostatakarzinom, PCa)

Die differenzierte PSA-Analytik - Interpretation der PSA-Werte im Blut (T-PSA, F-PSA, C-PSA)


Das Prostataspezifische Antigen (PSA) - ein komplex aufgebautes Eiweißmolekül - ist der einzige sogenannte Tumormarker in der Medizin, der organspezifisch ist, d.h. er wird ausschließlich von den Prostatadrüsen produziert und in die Blutbahn abgegeben.

Die Treffsicherheit, mit der Prostatakrebs durch einen PSA-Test erkannt werden kann, liegt allerdings nur bei ca 35%, wenn der konventionell obere Normwert von 4.00 ng/ml zugrunde gelegt wird.

Ein erhöhter, krebsverdächtiger PSA-Wert kann folgende Ursachen haben:

1. Die gutartige Prostatavergrößerung im fortgeschrittenem Stadium (Prostatgewicht ab 50 g).

2. Eine akute bzw. chronische Entzündung der Prostata (Prostatitis)

3. Blutentnahme nach DRU (ab ca. 2 Stunden)

Weitere Ursachen für einen geringfügigen, klinisch unbedeutenden PSA-Anstieg (ca.10-15%) können z.B. sportliches Radfahren und der Samenerguß sein. Ein PSA-Anstieg durch Medikamente ist bis heute nicht bekannt.

Hingegen führen Medikamente zur Rückbildung der gutartigen Prostatavergrößerung (Finasterid, Dutasterid) zu einer 50% Senkung des PSA Wertes.

Der PSA-Normalbereich

Der konventionelle PSA - Normbereich liegt zwischen 0.00ng/ml und 4.00 ng/ml. Der obere Normalbereich ab 2.50 ng/ml muß als kritischer Normalbereich angesehen werden, da in diesem Bereich bei ca. 15% bereits ein Karzinom (P-Ca) vorliegt.

Der leicht erhöhte PSA-Wert

Mäßig erhöhte PSA-Werte zwischen 4.00 ng/ml und 10.00 ng/ml werden als sog. Graubereich bezeichnet. Die möglichen Ursachen für nicht krebsbedingte erhöhte PSA - Werte wurden oben erläutert.

Freies PSA (F-PSA) und der PSA-Quotient

Bei PSA- Werten zwischen 2.50 ng/ml und 10.00 ng/ml ist die zusätzliche Analyse des Freien PSA (F-PSA) zu empfehlen. Der prozentuale Anteil des F-PSA am Gesamt - PSA (T-PSA) erlaubt eine deutlich verbesserte Treffsicherheit (Spezifität) bei der Unterscheidung zwischen gutartiger Prostatvergrößerung bzw. Prostatitis und Prostatakrebs.

Das Verhältnis der beiden PSA-Werte wird als PSA-Quotient oder PSA-Ratio ausgedrückt. Im kritischen Normalbereich sollte der Prozentanteil des F-PSA über 15% (PSA-Quotient 0.15) und im Graubereich über 25 % (PSA-Qotient 0.25) liegen. Bei diesen Werte-Konstellationen ist ein PCa (Prostatakarzinom) sehr unwahrscheinlich.

Durch diese erweiterte PSA-Diagnostik können Prostata-Biopsien in 20% bis 40% vermieden werden.

Das komplexierte PSA (C-PSA)

Alternativ ist die Analyse des komplexierten PSA (C-PSA) möglich, welches seit kurzem als Routine-Methode zur Verfügung steht. Für den PSA-Bereich bis 10.00ng/ml kann das C-PSA die Bestimmung der beiden anderen PSA-Werte ersetzen.

Bei PSA-Werten höher als 10.00 ng/ml kann die Spezitifität weder durch den Quotienten noch durch das C-PSA verbessert werden.

PSA-Werte bei fortgeschrittenem Prostatakrebs

Bei fortgeschrittenem P-Ca (Metastasen) kann das PSA auf Werte von 1000.00 ng/ml und höher ansteigen.

Für eine möglichst sichere Beurteilung des PSA-Wertes ist folgendes zu beachten:

1. Ein erstmalig bestimmter PSA- Wert, der im oberen Norm- bzw. Graubereich liegt, sollte nach 6-12 Wochen mit der identischen Labormethode kontrolliert werden. Die Analyse mit identischer Methode ist besonders wichtig, da das PSA mit über 80 verschiedenen Test-Methoden bestimmt werden kann und die Ergebnisse 50% und mehr voneinander abweichen können.

2. Entscheidend ist bei kritischen PSA-Werten nach Wiederholungsmessung der PSA-Verlauf, der in 3-monatlichen Intervallen überprüft werden sollte. Zwei wichtige Größen für die Verdachts-Diagnose eines P-Ca sind die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit (velocity) und die PSA-Verdopplungszeit.


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